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Menschen haben zu allen Zeiten versucht, mit der Erzeugung von Lärm Geister oder Wetter zu beeinflussen. Bis zur Entdeckung des Schwarzpulvers bedienten sie sich hierbei allerlei Hilfsmittel. Das Böllerschießen hat eine traditionsreiche und durch alte Chroniken belegbare Geschichte, ist keine schießsportliche Disziplin und dient daher nur der Unterhaltung.

Die Geschichte des Böllerschießens geht bis in das ausgehende 15.Jahrhundert zurück. Leider ist es bis heute trotz intensiver Nachforschungen nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums endgültig nachzuweisen.

Diese traditionsreiche Unterhaltung hat sich vom Kriegsbrauch zum Volksbrauch entwickelt.

Die bekannteste Geschichte hat sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts im Schwarzwaldstädtchen Hornberg zugetragen. Dort haben die Einwohner in Erwartung ihres Fürsten so lange ihre Böllerschüsse zum feierlichen Einzug ihres Landesherrn geprobt, bis ihnen das Pulver ausging.

Der Versuch, den Fürsten bei seinem Einzug durch kräftiges, das Böllern nachahmende Brüllen zu täuschen, misslang kläglich.

In Franken sind in vielen Gegenden Überlieferungen bekannt, die auf die Tradition des Böllerns hinweisen, wie zum Beispiel die Michaelis-Kirchweih in Fürth, die bei ihrer Eröffnung durch das Stadtoberhaupt im Geismannssaal durch Böllerschützen begleitet wird.

Auch das seit 1677 in Pegnitz gefeierte Gregorienfest, welches aus der Zeit des 30-jährigen Krieges stammt, wird von Böllerschüssen begleitet.

In Forchheim wurde eine Gießerei betrieben, die Salutkanonen goss. Ein Falkonett, welches das Wappen der Stadt Forchheim trägt, wurde 1538 gegossen und befindet sich im Pfalzmuseum.

Wichtige Anlässe, an denen geböllert wurde waren Familienfeste, Vertreibung von schlechtem Wetter oder bösen Geistern, Wetter- oder Weihnachtsschiessen, Silvester- und Neujahrsschiessen, Dreikönigsschiessen oder Fronleichnam-Prozessions-Schiessen.

An dieser kleinen Auswahl kann man die Vielfalt der Anlässe erkennen.

Überliefert ist, dass in Bayern und insbesondere in Franken stets bei Hochzeiten, Taufen, Kirchweihen, Beerdigungen von Veteranen und Schützen, Schützenkönigs-Proklamation und hohen kirchlichen Festen geböllert wurde. Es galt als schlimme Schande, wenn zu einem dieser Anlässe nicht geböllert wurde, denn nur für €žDorfhuren€œ und €žSelbstmörder€œ wurden derartige Ehrenbezeichnungen nicht gewährt.

Zu den bereits genannten Anlässen kommen noch die runden Geburtstage ab dem 50. Lebensjahr hinzu.

Zusammenfassend kann man davon ausgehen, dass der Ursprung des Böllerschiessens aus dem Wunsch entstand, Lärm zu machen um dadurch ein Fest oder Personen zu ehren.

Aus diesen Gründen haben sich erfahrene Schützinnen und Schützen unserer Schützengesellschaft entschlossen eine Böllergruppe zu gründen, um in Zukunft in unserem Vorort die Tradition des Böllerschiessens wieder aufleben zu lassen.

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