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Im Jahre 1998 feierte die Schützengesellschaft ihr 325-jähriges Bestehen. Es ist nicht leicht, sich den Anfängen einer Gesellschaft zu nähern, die vor einigen Jahrhunderten entstand, den bereits 1673 gab es Schützen in Bruck. 

 

 

Geschichte der Gründerzeit

Die Grundherrschaften, dies waren einerseits der Markgraf und andererseits Nürnberger Patrizier wie die Groß, die Geuder, die Kohler, die Haller und andere, legten in der feuerwaffenlosen Zeit Wert auf eine Verteidigungsfähigkeit ihres Dorfes.

Entsprechend den grundherrlichen Verhältnissen hatten sich offenbar zwei Schießgesellschaften gebildet, eine für die Nürnberger Schützen und eine für die Brandenburger Schützen. Der Brandenburgische Vogt Johann Georg Kotz war offenbar besonders aktiv. Auf sein Betreiben entstand um 1674 die erste Schießhütte. Im Jahre 1676 gaben sich die Schützen im Einvernehmen mit Kotz eine Schießordnung.

Im Jahre 1676 erreichte Kotz anläßlich einer Durchreise des Markgrafen durch Bruck von diesem zur Erhaltung des "hochnützlichen Schieß - Exercitiums" eine Beisteuer von jährlich 5 Gulden. Dies ließ die Nürnberger Schützen nicht ruhen, und sie erreichten, dass der Rat der Stadt ihnen ebenfalls eine Beisteuer von 6 Gulden gewährte. Diese wurde 1684, da sich die Schützenzahl vergrößert hatte, auf 9 Gulden erhöht. Dieser Betrag wurde wohl bis 1796 bezahlt.

Für den Bau des ersten Schießhauses finden sich in der Gemeinderechnung von Bruck keine Ausgaben. Die Kosten müssten daher von den Schützen selbst getragen worden sein.

Ein zweiten Schießhaus wurde 1739 / 1740 erbaut. Hierfür brachte die Gemeinde 266 Gulden und 11 1/2 Kreuzer auf. Ein dritter Schießhaus-Neubau erfolgte 1806. Hierfür hat die Gemeinde nur geringe Kosten getragen. Die Gelder für die Baukosten besorgten die Schützen von sich aus. Diese zahlten daher auch keine Pachtgelder für die Benutzung des Hauses. Gepachtet wurde lediglich die Schießhauswiese.

 

Geschichte bis 1945

Aus der Zeit um 1870 ist bekannt, dass die Schützengesellschaft damals bereits ein eigenes Siegel führte. Am 19.01.1870 erkannte sie die neue allgemeine Schützenordnung vom 25.08.1868 an. Damit waren die Rechte einer Korporation verbunden. Am 18.02.1870 widerrief sie aber diese Erklärung wegen zu geringer Mitgliederzahl. Dadurch richteten sich ihre Verhältnisse nur nach den Bestimmungen des Kgl. Bayer. Vereinsgesetzes vom 26.02.1850.

Man sagt, im Jahre 1771 wurde Bruck von der Pest heimgesucht, die Befallenen wurden in Quarantäne des einsam gelegenen Schießhauses untergebracht und kamen dort elendig um. Im Pestkorb, der unter dem Walmdach des Schießhauses stand, wurden sie zum Friedhof getragen.

Nach dem Abflauen der Seuche knallten im Schießhaus wieder die Büchsen. Geschossen wurde mit ca. 15 mm großen Kugeln. Zwischen 1900 und 1939 herrschte immer reges Leben am Brucker Schießanger.

Die Aufzeichnungen aus dem Protokollbuch von 1923 bis 1949 stammen vom Schriftführer Fritz Oeser, welcher dieses Amt 26 Jahre bekleidete und in deutscher Handschrift niederschrieb.

Bis 1932 wurde der Verein vom "Vorsitzenden" geführt, ab 1933 hieß dieser "Vereinsführer", ab 1945 war es der "Vorstand", ab 1950 bis heute wird der Verein vom 1. Schützenmeiser geführt. Zu damaliger Zeit war dies die Feuerschützengesellschaft, scharf geschossen wurde auf 100 Meter Distanz, früher war der Abstand 200 Meter. Das Gelände an der heutigen Leipziger Straße war freies Feld mit einem riesigen Erdwall und Unterständen für die Zielscheiben. Als zweiter Verein existierte die Zimmerstutzengesellschaft mit dem Sitz im Gasthaus Grüner Baum, beim Gastwirtsehepaar Konrad Schauer und Frau Betty. Es wurde mit Zimmerstutzen auf 15 Meter Abstand geschossen. Nach 1945 löste sich diese Gesellschaft auf.

Die Stadt Erlangen war Beistzer der gessamten Schießanlage seit der Eingemeindung am 15.09.1924. Die damaligen Brucker Gemeinderäte hatten es versäumt, dem Schützenverein die Schießhütte zu übereignen.

 

Geschichte bis zur Neuzeit

Am 08.11.1948 wurden von der amerikanischen Militärregierung alle Schützengesellschaften verboten, das Vereinsvermögen, die Schützenfahne, die Schützenkette und das Sparbuch beschlagnahmt. Der Name Schützengesellschaft durfte ab 1948 nicht mehr geführt werden, man einigte sich mit der Stadt Erlangen auf den Namen "Brucker Heimatverein". Die Verhandlungen darüber führte der damalige 1. Vorstand Fritz Käßler. Das Schießhaus wurde von anderen Institutionen genutzt. In dieser Zeit wurden leider viele wertvolle Schützenscheiben, die Älteste stammte aus dem Jahr 1729, als Brennholz verheizt, die während des Krieges und danach auf dem Dachboden des Schießhauses versteckt waren. Es konnte nur ein kleiner Teil der wertvollen Scheiben gerettet werden. Die Schießgeschichte läßt sich an diesen Scheiben ablesen. Die Älteste noch vorhandene Scheibe stammt aus dem Jahre 1764.

Durch das Grundgesetz trat eine wesentliche Lockerung ein. Es wurde der Antrag an die Stadt Erlangen auf Rückgabe der gesamten Schießanlage gestellt. Der damalige Vereinsname "Brucker - Heimatverein" wurde wieder in "Schützengesellschaft Bruck" umbenannt und im Mai 1951 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Erlangen eingetrgen. Dies war nötig, um die Rechtsfähigkeit wieder zu besitzen. Laut Protokollbuch - Eintrag vom 09.07.1951 - konnte nach längeren Vorgesprächen mit dem seinerzeitigen Oberbürgermeister von Erlangen, Michael Poeschke, Stadtrechtsrat Dr. Hiltl, und 1. Schützenmeister Edwin Wohlrab, über den Erwerb des Grundstücks mit Schießhaus verhandelt werden. Beide Vertragspartner einigten sich über einen Kaufpreis und die Bedingungen. Demnach konnte die Schützengesellschaft Erlangen-Bruck das Grundstück käuflich erwerben. Dem damaligen 1. Schützenmeister Edwin Wohlrab gebührt heute noch der besondere Dank für diese weitsichtige Entscheidung.

Erst 1951 konnte mit dem Luftgewehrschießen wieder begonnen werden. Auch der alte Zimmerstutzen kam wieder zur Geltung. Edwin Wohlrab leitete als 1. Schützenmeister von 1951 - 1968 die Geschicke der wiedererstandenen Schützengesellschaft. Im September 1962 bis November 1963 wurde in Eigenarbeit an Stelle des alten, zwar baufälligen, aber sehr traditionsreichen, leider zu kleinen Schießhauses eine größere moderne Schießstätte mit 12 Schießständen im Freien errichtet.

Am 14. September 1969 wurde eine neue Vereinsfahne unter großer Anteilnahme enthüllt. Die 116 Jahre, die die alte Fahne inzwischen zählte, waren nicht spurlos an ihr vorübergegangen. In dieser Zeitphase wurde zum erstenmal das 10. interne Gauschießen vom 06.09. - 20.09.1969 des Schützengaues Erlangen bei der Brucker Schützengesellschaft unter Leitung des 1. Schützenmeisters Walter Zeitner durchgeführt, der dieses Amt von 1968 - 1980 ausübte.

 

Neubau des heutigen Schützenhauses

Bedingt durch neue Vorschriften und modernem Zeitgeist plante man ab ca. 1988 wiederrum ein neues Schießhaus. Unter der Federführung des damaligen 1. Schützenmeisters Leonhard Neupert, welcher in der Zeit von 1980 - 1996 den Schützenverein führte, wurde 1992 und 1993 ein neues Schützenheim an gleicher Stelle, jedoch mit 12 überdachten Schießständen gebaut. Durch die Möglichkeit, die Schießstände mit wenigen Handgriffen in der Kugelfangwand "verschwinden" zu lassen, gewinnt man den frei werdenden Raum für größere festliche Veranstaltungen. Die Eigenleistungen und Spenden der Vereinsmitglieder, die wesentlich zum Gelingen beigetragen haben, verdienen besonderen Dank. Die Einweihung des neuen Schützenheimes war am 28.11.1993 unter starker Beteiligung mit Abordnungen der Gauvereine. Die Stadt Erlangen wurde von der 2. Bürgermeisterin Gisela Niclas vertreten.

Vom 22.03.1995 bis zum 17.01.2013 leitete Werner Dörfler beinahe 17 Jahre die Geschicke unserer Schützengesellschaft. Im Zuge der anstehenden Neuwahlen 2013 stand Werner Dörfler für das Schützenmeisteramt nicht mehr zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde der bis dahin 2. Schützenmeister Herbert Jany einstimmig gewählt.

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